Sakskøbing: Wo der Wasserturm lächelt
Kaum eine Stadt in Dänemark ist so fotogen wie Sakskøbing. Der berühmte lächelnde Wasserturm „Saxine" ist zum Instagram-Star geworden – doch hinter dem freundlichen Gesicht verbirgt sich eine 800-jährige Geschichte als königliche Münzprägestätte und Herzogssitz. Ein perfekter Zwischenstopp auf der Fahrt durch Lolland.
„Saxine" – der lächelnde Wasserturm
Der lächelnde Wasserturm „Saxine"
Vom Funktionsbau zum Wahrzeichen
1908 erbaute die Firma Christiani & Nielsen den 33 Meter hohen Wasserturm – ein nüchterner Funktionsbau im Jugendstil. 74 Jahre lang tat er seinen Dienst, bis er 1982 außer Betrieb ging.
Statt den Turm abzureißen, hatte der Architekt Flemming Skude eine geniale Idee: Er gab dem Betonriesen ein Gesicht. Mit minimalen Mitteln – Farbe für Augen, Nase und Mund – verwandelte er den grauen Turm in das, was er heute ist: Dänemarks freundlichstes Bauwerk.
Das Lächeln von Sakskøbing:
- Spitzname: „Saxine" (weiblich, benannt nach der Stadt)
- Höhe: 33 Meter
- Baujahr: 1908
- Gesicht seit: 1982
- Besteigbar: Nein, aber von überall sichtbar
Foto-Tipp
Der beste Fotospot ist der Kirchplatz (Kirkepladsen) – hier haben Sie Saxine frontal im Bild mit dem historischen Stadtzentrum im Vordergrund. Am Abend wird der Turm beleuchtet und das Lächeln leuchtet über die Stadt.
Fun Fact
Saxine ist nicht der einzige lächelnde Wasserturm der Welt – aber definitiv der berühmteste. Die Idee wurde vielfach kopiert, aber nie erreicht.
Königliche Vergangenheit
Die Münzprägestätte
Im Mittelalter war Sakskøbing eine der wichtigsten Münzstätten Dänemarks. Die hier geprägten Münzen trugen das Symbol der Stadt: zwei gekreuzte Schafscheren (dänisch: „saks" = Schere).
Ersterwähnung 1240 als „Saxakopingh" im Dänischen Zensusbuch. Bereits 1270 als Marktstadt erwähnt.
Residenz Herzog Christophs
Von 1289 bis 1315 residierte der spätere König Christoph II. als Herzog von Lolland in Sakskøbing. Bevor er König wurde, regierte er von hier aus die Insel – eine Zeit, die noch heute im Stadtgedächtnis lebt.
Christoph II. wurde 1320 König, verlor aber zweimal seinen Thron in turbulenten Zeiten.
Mehr als nur ein Wasserturm
Sakskøbing Kirche
Die spätromanische Backsteinkirche wurde um 1200 erbaut. Besonders sehenswert: Das Altarbild aus dem 16. Jahrhundert – eine spätgotische Holzschnitzarbeit aus Lübeck. Der 48 Meter hohe Turm stammt von 1852.
Sakskøbing Fjord
Die Stadt liegt malerisch am Ende des Sakskøbing Fjords. Der Hafen ist ein ruhiger Ort für einen Spaziergang – kleine Boote, Möwen und der Blick über das Wasser.
Kleine Läden & Cafés
Das Stadtzentrum bietet eine überraschend lebendige Einkaufsstraße mit lokalen Geschäften. Perfekt für eine Kaffeepause auf der Durchreise.
So kommen Sie nach Sakskøbing
Mit dem Auto via Puttgarden-Rødby
45 Minuten Überfahrt, ab ca. 52€
Ab Rødby über Maribo, ca. 20 km / 20 Minuten
Kostenlose Parkplätze am Torvet und beim Supermarkt
Perfekter Zwischenstopp
Sakskøbing liegt ideal auf der Route von Rødby nach Nykøbing Falster oder Møn. Planen Sie 30-45 Minuten ein für Fotos am Wasserturm, einen kurzen Kirchenbesuch und einen Kaffee. Perfekt kombinierbar mit Maribo (15 Min.) oder Nysted (20 Min.).